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Metzgerin

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Metzgerin

Metzgerin

Als Frau im Fleischereigewerbe zu arbeiten muss noch vor einigen Jahrzehnten auf Männer befremdlich gewirkt haben. Nichtsdestotrotz hat diese Metzgerin entgegen allen Missbilligungen und Unkenrufen ihren Traumberuf verwirklicht und arbeitet in der Produktion eines Fleischerei­betriebs. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Verzehr von Fleisch auch in ihrem Privatleben eine große Rolle spielt und schon immer ein fester Bestandteil ihres Speiseplans war. Neben ihrem Beruf erzählt sie von ihrer Meinung über Vegetarier, dem besten Hausrezept für zarte Hände und von der Bürokratie aus Brüssel, die wie sie meint, weit davon entfernt sei, logisch erklärt werden zu können.

Sie ist Anfang dreißig, verheiratet, hat zwei Kinder und wurde bereits als beste Fleischerin auf dem Gebiet der Leberwurst ausgezeichnet. Ort des Treffens ist der Fleischerei-Verkaufsraum einer Kleinstadt. Das Gespräch findet an einem der zwei Imbisstische statt, die normalerweise dazu genutzt werden, um die an der Theke angebotenen, warmen Speisen noch im Lokal zu verspeisen. Es herrscht viel Publikumsverkehr. Weil sie um sechs Uhr morgens den unerwarteten Anruf bekam, kurzfristig für eine Kollegin im Verkauf einzuspringen, wird das Gespräch immer wieder unterbrochen, damit sie hinter der Theke aushelfen kann. Denn Kundenservice ist alles: Der Wettbewerb und die Rahmenbedingungen für kleinere Fleischerei­betriebe ist hart, sodass um jeden Kunden gekämpft wird.

Ich bin in einer Fleischerei aufgewachsen, welche meinen Eltern gehörte, und war schon als kleines Kind ganz wild darauf, diesen Beruf auszuüben, was sich bis heute nicht geändert hat. Ich arbeite gerne mit Lebensmitteln, esse auch sehr gerne und bin auf diese Weise zu meinem Beruf gekommen. In Schulpraktika habe ich auch andere, ähnliche Betriebe kennengelernt und irgendwann war ich mir ziemlich sicher, dass ich den als Metzgerin erlernen will. Da ich unbedingt mit Lebensmitteln arbeiten wollte, hätte ich auch Bäckerin werden können. Aber die stehen für meinen Geschmack zu früh auf und darüber hinaus bin ich eher der „salzige" als der „süße" Typ. Meine Mutter war zwar erst gegen meine Berufswahl und wollte mich dazu bewegen, mir noch etwas anderes anzusehen, aber ich wollte eben unbedingt diesen Beruf ausüben. Ich wollte generell lieber in die Produktion als in den Verkauf, weil ich nicht so gut mit Kunden umgehen kann. Hinzu kommt, dass mir in der Fleischerei wesentlich mehr Möglichkeiten zur Weiter­bildung offen stehen als im Verkauf.

Frauen in er Fleischerei

Ich war damals die einzige Frau in der Produktion und in der Berufsschule. Anfangs haben mich die anderen etwas blöd angeschaut und meinten, dass ich in dem Beruf verkehrt sei. Das fand ich aber gar nicht und eigentlich kam ich mit meinen Mitstreitern auch recht gut klar. Als es allerdings zu den Prüfungen kam, aus denen ich als Klassenbeste hervor ging, haben viele der Jungen in der Klasse gesagt, dass es nicht sein kann, dass eine Frau in diesem Beruf besser ist. Ich war aber die Beste in der Klasse und dagegen konnte ich schließlich nichts tun. Obwohl einige mit meiner Berufs­vorstellung Probleme hatten und meinten, dass ich als Frau den Männern die Berufe wegnehmen würde, gab es dennoch viele Menschen in der Klasse, die mir während der Ausbildung geholfen und mich bei dem ein oder anderen Problem unterstützt haben.

Man stellt sich manchmal vor, dass Frauen auch körperlich in diesem Beruf Probleme haben, aber das ist nicht der Fall. In der Produktion gibt es bei uns sehr viele Hilfsmittel, darunter Rohrbahnen an der Decke, in denen die Fleischstücke hin- und hergeschoben werden. Diese führen bis in das Kühlhaus hinein, sodass ich nichts mehr durch die Gegend tragen muss. Mit einer Hebevorrichtung wird das Material direkt auf diese Bahnen gebracht und wird dorthin transportiert, wo es gebraucht wird. Ähnlich verhält es sich bei schweren Kästen, welche mit Hilfe von Rollbahnen und ohne durch Stufen behindert zu werden an die richtigen Orte gebracht werden. Daher muss ich nur wenige schwere Sachen heben. Auch beim Ausbeinen von Rindern, welche recht große Tiere sind, benötige ich nicht so viel Kraft, sondern vielmehr Technik. Ich darf beim Ausbeinen sogar nicht viel Kraft anwenden, sondern sollte durch die richtige Technik den Prozess möglichst leicht gestalten. Deshalb kann man diesen Beruf auch als Frau sehr gut ausüben. Es gibt natürlich noch den ein oder anderen alten Betrieb, bei dem diese Möglichkeiten noch nicht vorhanden sind, aber die meisten Betriebe haben moderne Technik und durch die neue EU-Vorschrift muss sie sogar vorhanden sein. Und schließlich gibt es auch kleinere oder schwächere Männer, welche durch diese Technik ebenfalls weniger Probleme mit dem Beruf haben.

Berufsunfälle

Es kann durchaus mal passieren, dass man sich einen Finger abhackt. Mir ist das zum Glück noch nicht passiert - nur mal beim Schneiden von Fleisch der Daumen in die Schneidemaschine geraten, sodass mir ein kleines Stück fehlte, das aber wieder nachgewachsen ist. Eigentlich dürften Unfälle nur noch mit dem Messer oder Beil passieren, weil die Maschinen mittlerweile sehr gute Schutzvorrichtungen besitzen. Ein Fleischwolf beispielsweise ist heutzutage so konstruiert, dass ich mit der Hand gar nicht mehr dort hinein komme und wenn das widerrechtlich doch der Fall sein sollte, gilt das Gerät als defekt und darf eigentlich gar nicht mehr benutzt werden. In der Industrie sind die Fleischwölfe aber von vornherein etwas größer, sodass bei diesen die Sicherheit dadurch gewährleistet wird, dass die Maschine erst anfängt zu arbeiten, wenn der Deckel geschlossen ist. Es gibt aber Tricks, um dies zu umgehen. Manche befestigen zum Beispiel einen Magneten am Kontakt, sodass der Deckel nicht mehr geschlossen werden muss. Wenn man sich aber an die Vorschriften hält, sollte eigentlich nichts passieren, denn, als ich mir in den Daumen schnitt, hielt ich mich ebenfalls nicht an die Vor­schriften. Ich dachte damals, dass ich doch für ein kleines Fleischstück nicht noch extra die Restschneidemaschine benutzen müsste.

Blut

Der Fleischerberuf besteht aus drei verschiedenen Berufszweigen: Schlachtung, Konservenherstellung und Verkauf. Ich hatte noch nie Pro­bleme mit Blut. Eigentlich finde ich Blut sogar richtig toll, denn meine Hände in lauwarmem Blut zu baden kann durch keine Handcreme ersetzt werden. Viele finden das sicher eklig, aber Blut aus frischer Schlachtung ist wirklich gut für die Hände. Ich hatte anfangs oft Probleme mit rauen Händen, welche ich durch das viele Salz bekam, und der Meister sagte mir dazu, dass ich dem Abhilfe schaffen könnte, indem ich meine Hände in lauwarmem Schweineblut bade. Also hielt ich das Blut nach der Schlachtung zurück und habe den Tipp ausprobiert und in der Tat normalisierten sich die rauen Hände nach ein paar Tagen. Am liebsten habe ich daher Blut- und Leberwurst gemacht, denn dadurch hatte ich automatisch nie mehr raue Hände. Eine vergleichbare Leistung konnte bisher keine Handcreme erbringen! Obwohl ich zwar gerne Blutwurst esse, trinke ich jedoch kein rohes Blut - da ...

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© 2005, 2009 Nick Melekian - Reproduktionen, Übersetzungen, Verbreitung, Weiterverarbeitung oder ähnliche Handlungen zu kommerziellen oder nichtkommerziellen Zwecken sowie Wiederverkauf sind ohne die schriftliche Zustimmung des Autors nicht gestattet.

14.04.2009, 14:27 von admin | 13767 Aufrufe
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Kommentare

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Thorsten 13.09.2009, 19:40

Blut als Heilmittel? Das war mir ja ganz neu. Ich glaube ihr gerne, dass ein Blutbad für sie hilfreich ist, aber da hätte ich doch Probleme mit. Die Vorstellung, meine Hände in Schweineblut zu bade, finde ich doch etwas... naja, ekelerrgend?

 

Was ich sehr bemerkenswert fand, ist die Tatsache, dass sie als Frau in dem Beruf nicht vor großen Hindernissen steht, sondern dass z.B. der Fleischtransport in einem Fleischereibetrieb durch automatische Abläufe erledigt wird, die von körperlicher Arbeit entlasten. Interessant, aber dennoch wohl kein Beruf für mich ;-)

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