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Pfarrer

Pfarrer „im Ruhestand“

Kriegserfahrungen und all das damit verbundene Leid prägen Menschen tief und die Frage ist immer, wie man damit umgeht. Dieser Pfarrer hat sich nach seiner Zeit beim Militär bewusst gegen kriegerische Aus¬einander¬setzung entschieden, hat sein Abitur nachgeholt und Theologie studiert, um in den Dienst Gottes zu treten. Er bereut es nicht und betont immer wieder die vielen emotionalen Erfahrungen, die er in seinem Beruf machen durfte und die ihm das Leben bereicherten. Er spricht hier auch über unsere heutige Gesellschaft, welche aus seiner Sicht in emotionaler Armut lebt und ihre Gesprächskultur verloren hat.

Er ist Ende siebzig, arbeitete mehr als fünfzig Jahre als katholischer Pfarrer und ist erst seit sechs Jahren im Ruhestand. Sein Vater war Handelsvertreter und wünschte sich, ein Arzt als Sohn. Weil jedoch diesem Pfarrer „die Herzen zuflogen", fiel ihm die Entscheidung zum Beruf innerhalb der Kirche nicht schwer. Nun wohnt er in einem Haus, in dem sechs weitere ehemalige Pfarrer leben. Dort findet das Interview in einem kleinen Raum des ersten Obergeschosses statt. Es liegen duzende Haufen von Papieren und Büchern herum. Während des Gesprächs kommt es immer wieder zu kurzen Unter¬brechungen, weil Leute unten an der Haustür klingeln.

 


Zahnarzt

Zahnarzt

Mit Zahnärzten sind gemischte Gefühle und manchmal auch Ängste verbunden, da fast jeder bereits als Patient Erfahrungen mit Schmerzen und Heilung gemacht hat. Weil dieser Zahnarzt seinen Beruf sehr schätzt, machen ihm die Hemmungen bezüglich seines Berufsstandes gelegentlich zu schaffen. Er legt dar, dass die Arbeit auch ohne Blutvergießen gut verrichtet werden kann und, dass durch eine reine Terminpraxis auch unnötiger Stress für die Patienten wegfalle. Außerdem betont er, warum er das selbständige Arbeiten für sich so ansprechend findet.

Er ist Mitte vierzig, geschieden, hat zwei Kinder und ist bereits fünfzehn Jahre als Zahnarzt tätig. Das Interview findet abends in seiner Wohnung in einem schönen Altstadtviertel statt. Während des Gesprächs sitzt sein im Teenie-Alter befindlicher Sohn unweit auf dem Sofa entfernt. Die Praxis ist circa ein Kilometer entfernt und modern eingerichtet. Im Wartezimmer der Praxis sitzen gewöhnlich nur wenige Patienten und für eine Zahnarztpraxis herrscht eine recht entspannte Atmosphäre. Läuft die Praxis schlecht oder ist sie einfach nur gut geführt?


Streetworker

Streetworker

Dieser Streetworker hat es sich zur Aufgabe gemacht, diejenigen Menschen bei Problemen zu unterstützen, die gemeinhin als „der untere Rand der Gesellschaft" gelten. Hier erzählt er von seinem Beruf, seinen Erfahrungen auf der Straße und im Obdachlosenwohnheim. Er geht auf konkrete Fälle seiner „Klienten" ein und müsse immer wieder erstaunt feststellen, wie gut sich manche Leute in diesem Leben eingerichtet haben. Obdachlose seien bisweilen sogar ein Stück zufriedener als manch andere Menschen mit aus¬gefeilter Karriere. Dennoch glaube er nicht an eine freie Entscheidung auf der Straße zu leben und vielen gehe es natürlich auch gar nicht gut dabei.

Der Streetworker ist Ende dreißig, verheiratet und hat vier Kinder. Er übt diesen Beruf mittlerweile schon seit mehr als zehn Jahren aus. Wir treffen uns an seinem Arbeitsplatz - einer kirchlichen Sozialeinrichtung. Unten auf dem Hof stehen, teils mit Bier in der Hand, ein paar ungepflegte Männer, was auch hier so manches an ein Leben auf der Straße erinnert. Markant ist die Lage direkt gegenüber der Arbeitsagentur. Im Erdgeschoss befindet sich eine Kantine, im oberen Stockwerk sind ein paar kleine Büros, wo das Gespräch stattfindet.

 


Detektiv

Detektiv

Von der Bundeswehr verschlug es diesen Detektiv über eine Weiterbildungsmaßnahme zu seinem jetzigen Beruf. Er kann einige Klischees aus unzähligen Fernsehsendungen widerlegen und empfindet seinen Beruf nur in wenigen Fällen als wirklich spannend. Viele Tätigkeiten seien langweilig, Privataufträge verquickten ihn in Ehestreitigkeiten und es mangle an Anerkennung für die Arbeit eines Privatdetektivs. Wenn Privatkunden dann noch Dinge fordern, welche sie zwar aus dem Fernsehen kennen, die aber jeglicher Rechtsgrundlage entbehren, wird es nur allzu verständlich, warum er lieber gewerbliche als private Aufträge annimmt.

Er ist Ende vierzig, verheiratet, ohne Kinder und arbeitet schon 23 als Detektiv. Das Gespräch findet bei ihm Zuhause am Esstisch in einem Haus in ländlicher Gegend statt. Vor dem Grundstück steht ein älterer Sportwagen. Im Zimmer befinden sich zwei weitere Gastgeber: Zwei Hunde und eine Katze.


Fahrlehrer

Fahrlehrer

Jeder deutsche Führerscheininhaber hatte automatisch einmal Kontakt mit einer Fahrschule. Auch später bleiben Fahrschulen in unserem Blickfeld. So sehen wir regelmäßig Fahrschulwagen, die mitunter langsam vor uns herfahren oder den Verkehr etwas behindern. Aber wie nehmen Fahrlehrer den Verkehr und das Fahrverhalten anderer Verkehrsteilnehmer wahr? Wie ist es, als Fahrlehrer meist junge Menschen auf den Führerschein vorzubereiten und wie macht man sich dabei einen guten Ruf? Wo liegen die Vorteile und Belastungen dieses Berufs?

Dieser Fahrlehrer besitzt eine eigene Fahrschule, ist Mitte sechzig, verheiratet und hat zwei Kinder. Er arbeitet in diesem Beruf bereits seit vierzig Jahren und bildet alle Führerscheinklassen aus. Das Gespräch findet in den Räumlichkeiten der Fahrschule statt, wo sonst abends Fahrschüler sitzen und vom Fahrlehrer im Theorieunterricht auf gesetzliche Vorschriften des Straßenverkehrs vorbereitet werden.


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