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Mönch

Benediktinermönch

Das Leben als Mönch gehört sicher zu den Berufen, welche die größten Veränderungen ins private Leben bringen und somit in aller Regel eine Berufung zu der Aufgabe voraussetzt. Dieser Mönch bestätigt, dass sich zwar viele Gebräuche im Kloster an lange dagewesene Zeiten erinnern, aber er zeigt auch dass Mönche nicht im 13. Jahrhundert stehen geblieben sind. So gehören Freizeitbeschäftigungen sowie der Musik- und Filmgenuss ebenfalls zum Leben eines Mönches dazu. Dennoch setzt der strikte Tagesablauf in einem Kloster klare Vorgaben, die aber für einen Mönch aus Berufung nicht als Last, sondern als Selbstverständlichkeit verstanden werden.


Opernsänger (vollständig)

Opernchorsänger

Selbst in einer Oper singen? Was sind es für Menschen, die mit vollem Organ auf der Bühne den Bann des Publikums auf sich ziehen? Ist es vergleichbar mit einem Hobby oder Schwerstarbeit? Dieser interviewte Solist ist von der Oper verzaubert und der Wunsch, sich dort beruflich zu verwirklichen, reifte bereits in der Jugend. Bürgerkrieg und mangelnde Karriereaussichten in seinem Heimatland Georgien brachten ihn nach Deutschland an eine Staatsoper.

Er ist Mitte dreißig, mit einer Pianistin verheiratet und hat ein Kind. Das Interview findet im Theater statt. Wir treffen uns vor dem Gebäude und gehen durch den Künstlereingang. Wir schreiten vorbei an etlichen Umkleidekabinen und Vorbereitungsräumen (der Dirigent hat ein eigenes Zimmer für sich). Wir machen einen kleinen Schlenker auf die Bühne und auch dahinter, wo es fast so viel Platz gibt wie im Zuschauerbereich. Einen Blick nach oben geworfen sieht man mehrere Etagen, an denen etliche Seilstränge zur Verfügung stehen, um Bühnengegenstände festzumachen beziehungsweise zu bedienen. Das Interview findet in einem kleinen, unauffälligen Raum statt, in dem neben einem Tisch, Stuhl und Sofa auch ein Klavier steht. Es dient im Alltag zum Warmmachen der Künstler.


Germanist

Schaffender Germanist in Rente

Germanistik wird von manchen Menschen als brotlose Kunst bezeichnet. Dieser in Deutschland lebende US-Amerikaner entschied sich für das Studium und würde sich über solch ein Klischee empören, wenngleich er sich lange Zeit nach der Universität durch Brotarbeiten über Wasser gehalten hat, die seiner Berufung überhaupt nicht entsprachen. Bis ihm dann eine fällige Lebensversicherung die Möglichkeit eröffnete, ein nicht von anderen unterstütztes Projekt in Eigenregie weiterzuführen ...

Er ist Ende sechzig, getrennt lebend und hat zwei Kinder. Wir treffen uns in seiner kleinen Zweizimmerwohnung, in der jede Ecke mit Gegenständen gefüllt ist. Auf dem Boden sind unterschiedliche Stapel mit Literatur und in den Regalen an der Wand Reihen von Büchern. Dazwischen liegen Karteien, Notizen und sonstige Blätter sowie an einer noch freien Stelle im Raum ein behängter Kleidertrockner. Der Fokus eines jeden Besuchers richtet sich je­doch auf die drei nebeneinander stehenden Computer, zwischen welchen Manuskripthalter und Bücherständer das Ablesen von alten Handschriften eines großen deutschen Schriftstellers, die ein Laie wohl eher als Hiero­glyphen bezeichnen würde, erleichtern. An der Wand neben den Computern hängen Startnummern und Erinnerungsbilder von Marathonläufen. 


Künstler

Künstler

Künstler als Berufung - das ist keine außergewöhnliche Erkenntnis. Doch als freischaffender Maler arbeiten und damit genug für seinen Lebensunterhalt verdienen? Was nur wenigen vorbehalten zu sein scheint, ist diesem Maler gelungen, wenngleich das Thema Finanzen noch immer regelmäßig viel Nerven abverlangt. Zwar erkannte er seine Begabung erst spät, richtet aber seit dem Tag der Entscheidung alle Energie in das künstlerische Schaffen. Er beschreibt hier, was es benötigt, sich als Künstler zu etablieren und wie der Schaffensprozess bei ihm aussieht beziehungsweise welche Rahmenbedingungen ein gutes Gelingen unterstützen.

Er ist Anfang fünfzig, ledig ohne Kinder und bereits seit dreißig Jahren in diesem Beruf. Das Gespräch findet abends in einem Atelier mit zwei großen Räumen im Hinterhof einer Kleinstadt statt. An der Seite des einen Raums stehen unzählige Bilder der unterschiedlichsten Formate und im Hintergrund läuft Musik seines Lieblingsmusikers Bob Dylan. Kreativität liegt in der Luft.


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