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Landwirt

Landwirt

Viele Menschen werden von diesem Beruf abgehalten, weil sie nicht bereit sind, bei jeder Witterung im Freien hart anzupacken, sich dabei die Hände schmutzig zu machen und eventuellen organischen Gerüchen ausgesetzt zu sein. Dieser Landwirt legt dar, dass dies gar nicht die wirklichen Herausforderungen sind: Vielmehr verlangt der Beruf die Gabe eines Multitalents ab, um neben der landwirtschaftlichen Arbeit auch alltägliche Handwerksarbeiten selbst erledigen sowie betriebswirtschaftliche Vorgänge selbst abwickeln zu können. Dazu komme ein notwendiges Gespür für den Markt, um sich auf lukrative Landwirtschaftserzeugnisse zu spezialisieren. Alleine vom Getreideanbau könne er nämlich nicht leben.

Dieser Landwirt ist Ende fünfzig, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er begann seine Lehre zum Landwirtschaftsgehilfen vor fünf­undsechzig Jahren und ergänzte diese Ausbildung mit dem Meistertitel. Das Gespräch findet an einem Samstag in der Wohnung statt, die sich direkt auf dem Hof befindet. Beim Aufgang in die Wohnung im zweiten Stockwerk duftet es nach geräucherter Wurst, die im Keller gelagert und hergestellt wird. Es herrscht Hektik. Der Landwirt ist in Zeitdruck, weil noch viel Arbeit auf ihn wartet, zumal am morgigen Tag eines der regelmäßigen Hoffeste stattfindet, das eine Möglichkeit darstellt, die eigenen Produkte direkt an Kunden zu verkaufen. In der Küche backt seine Frau Kuchen, die die Spezialität des Hauses, Spanferkel, für die Nachmittagsstunden am morgigen Sonntag ergänzen werden.


Metzgerin

Metzgerin

Als Frau im Fleischereigewerbe zu arbeiten muss noch vor einigen Jahrzehnten auf Männer befremdlich gewirkt haben. Nichtsdestotrotz hat diese Metzgerin entgegen allen Missbilligungen und Unkenrufen ihren Traumberuf verwirklicht und arbeitet in der Produktion eines Fleischerei­betriebs. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Verzehr von Fleisch auch in ihrem Privatleben eine große Rolle spielt und schon immer ein fester Bestandteil ihres Speiseplans war. Neben ihrem Beruf erzählt sie von ihrer Meinung über Vegetarier, dem besten Hausrezept für zarte Hände und von der Bürokratie aus Brüssel, die wie sie meint, weit davon entfernt sei, logisch erklärt werden zu können.

Sie ist Anfang dreißig, verheiratet, hat zwei Kinder und wurde bereits als beste Fleischerin auf dem Gebiet der Leberwurst ausgezeichnet. Ort des Treffens ist der Fleischerei-Verkaufsraum einer Kleinstadt. Das Gespräch findet an einem der zwei Imbisstische statt, die normalerweise dazu genutzt werden, um die an der Theke angebotenen, warmen Speisen noch im Lokal zu verspeisen. Es herrscht viel Publikumsverkehr. Weil sie um sechs Uhr morgens den unerwarteten Anruf bekam, kurzfristig für eine Kollegin im Verkauf einzuspringen, wird das Gespräch immer wieder unterbrochen, damit sie hinter der Theke aushelfen kann. Denn Kundenservice ist alles: Der Wettbewerb und die Rahmenbedingungen für kleinere Fleischerei­betriebe ist hart, sodass um jeden Kunden gekämpft wird.


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