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Pfarrer

Pfarrer „im Ruhestand“

Kriegserfahrungen und all das damit verbundene Leid prägen Menschen tief und die Frage ist immer, wie man damit umgeht. Dieser Pfarrer hat sich nach seiner Zeit beim Militär bewusst gegen kriegerische Aus¬einander¬setzung entschieden, hat sein Abitur nachgeholt und Theologie studiert, um in den Dienst Gottes zu treten. Er bereut es nicht und betont immer wieder die vielen emotionalen Erfahrungen, die er in seinem Beruf machen durfte und die ihm das Leben bereicherten. Er spricht hier auch über unsere heutige Gesellschaft, welche aus seiner Sicht in emotionaler Armut lebt und ihre Gesprächskultur verloren hat.

Er ist Ende siebzig, arbeitete mehr als fünfzig Jahre als katholischer Pfarrer und ist erst seit sechs Jahren im Ruhestand. Sein Vater war Handelsvertreter und wünschte sich, ein Arzt als Sohn. Weil jedoch diesem Pfarrer „die Herzen zuflogen", fiel ihm die Entscheidung zum Beruf innerhalb der Kirche nicht schwer. Nun wohnt er in einem Haus, in dem sechs weitere ehemalige Pfarrer leben. Dort findet das Interview in einem kleinen Raum des ersten Obergeschosses statt. Es liegen duzende Haufen von Papieren und Büchern herum. Während des Gesprächs kommt es immer wieder zu kurzen Unter¬brechungen, weil Leute unten an der Haustür klingeln.

 


Streetworker

Streetworker

Dieser Streetworker hat es sich zur Aufgabe gemacht, diejenigen Menschen bei Problemen zu unterstützen, die gemeinhin als „der untere Rand der Gesellschaft" gelten. Hier erzählt er von seinem Beruf, seinen Erfahrungen auf der Straße und im Obdachlosenwohnheim. Er geht auf konkrete Fälle seiner „Klienten" ein und müsse immer wieder erstaunt feststellen, wie gut sich manche Leute in diesem Leben eingerichtet haben. Obdachlose seien bisweilen sogar ein Stück zufriedener als manch andere Menschen mit aus¬gefeilter Karriere. Dennoch glaube er nicht an eine freie Entscheidung auf der Straße zu leben und vielen gehe es natürlich auch gar nicht gut dabei.

Der Streetworker ist Ende dreißig, verheiratet und hat vier Kinder. Er übt diesen Beruf mittlerweile schon seit mehr als zehn Jahren aus. Wir treffen uns an seinem Arbeitsplatz - einer kirchlichen Sozialeinrichtung. Unten auf dem Hof stehen, teils mit Bier in der Hand, ein paar ungepflegte Männer, was auch hier so manches an ein Leben auf der Straße erinnert. Markant ist die Lage direkt gegenüber der Arbeitsagentur. Im Erdgeschoss befindet sich eine Kantine, im oberen Stockwerk sind ein paar kleine Büros, wo das Gespräch stattfindet.

 


Empfehlungsmarketing MLM (vollständig)

Nebenberuflich Selbständige im Bereich Empfehlungsmarketing

Eine Firma kann ein Produkt so lange bewerben, wie sie will - letztendlich kaufen Kunden diejenigen Produkte, bei denen sie ein gutes Gefühl haben. Mund-zu-Mund-Propaganda kann genau solch ein Vertrauensgefühl in hohem Maß erzeugen. Diese Erkenntnis macht sich das Empfehlungs­marketing (Network-Marketing, Multi-Level-Marketing, kurz MLM) zu nutzen, das nur gerne mit dem Schneeballsystem verglichen wird, aber als eigenständiger Vertriebsweg gilt. Zwar schaffen es nur wenige, damit erfolgreich zu sein, aber MLM-Konzepte bieten die Möglichkeit, neben­beruflich gutes Geld zu verdienen und stetig in eine recht risikolose Selbständigkeit hineinzuwachsen. Hier berichtet eine Frau, die mit Gesundheitsprodukten genau diesen Weg eingeschlagen hat. Sie meint, darin ihren Traumberuf gefunden zu haben und erklärt sowohl was sie daran begeistert als auch wie das System funktioniert.

Sie ist Mitte fünfzig, verheiratet und hat einen Sohn. Sie arbeitet bereits seit dreißig Jahren als Verkäuferin und nebenberuflich seit zweieinhalb Jahren im Empfehlungsmarketing. Das Gespräch findet in Ihrem Büro Zuhause statt, welches sich im Kellergeschoss befindet und die notwendigen Dinge für diesen Beruf bereitstellt: Telefon, Schreibtisch, Terminkalender, PC. 

Metzgerin

Metzgerin

Als Frau im Fleischereigewerbe zu arbeiten muss noch vor einigen Jahrzehnten auf Männer befremdlich gewirkt haben. Nichtsdestotrotz hat diese Metzgerin entgegen allen Missbilligungen und Unkenrufen ihren Traumberuf verwirklicht und arbeitet in der Produktion eines Fleischerei­betriebs. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Verzehr von Fleisch auch in ihrem Privatleben eine große Rolle spielt und schon immer ein fester Bestandteil ihres Speiseplans war. Neben ihrem Beruf erzählt sie von ihrer Meinung über Vegetarier, dem besten Hausrezept für zarte Hände und von der Bürokratie aus Brüssel, die wie sie meint, weit davon entfernt sei, logisch erklärt werden zu können.

Sie ist Anfang dreißig, verheiratet, hat zwei Kinder und wurde bereits als beste Fleischerin auf dem Gebiet der Leberwurst ausgezeichnet. Ort des Treffens ist der Fleischerei-Verkaufsraum einer Kleinstadt. Das Gespräch findet an einem der zwei Imbisstische statt, die normalerweise dazu genutzt werden, um die an der Theke angebotenen, warmen Speisen noch im Lokal zu verspeisen. Es herrscht viel Publikumsverkehr. Weil sie um sechs Uhr morgens den unerwarteten Anruf bekam, kurzfristig für eine Kollegin im Verkauf einzuspringen, wird das Gespräch immer wieder unterbrochen, damit sie hinter der Theke aushelfen kann. Denn Kundenservice ist alles: Der Wettbewerb und die Rahmenbedingungen für kleinere Fleischerei­betriebe ist hart, sodass um jeden Kunden gekämpft wird.


Polizist

Polizist

Der Beruf des Polizisten gehört zu den bekanntesten, zumal bereits jeder schon mehr oder weniger, direkt oder indirekt mit Polizisten zu tun hatte oder die Hüter des Gesetzes zumindest im täglichen Leben wahrnimmt: Ob durch Streifenwagen, Polizeiwachen oder Straßenkontrollen, umherlaufende Polizisten oder Grenzpolizisten am Flughafen. In Zeiten laufender Auslandseinsätze gibt es für motivierte Polizisten die abwechslungsreiche Option, ganz neue Erfahrungen außerhalb des gewohnten Umfelds zu machen. Dieser erfahrene Polizist beschreibt die unterschiedlichsten Aspekte des Berufs und gibt die Möglichkeit, über den Tellerrand hinaus in die Polizeiarbeit anderer Länder zu blicken, da auch er auf einige Erfahrung mit Auslandseinsätzen zurückblicken kann.

Er ist Mitte fünfzig, geschieden, ohne Kinder und arbeitet seit vierunddreißig Jahren als Polizist. Mittlerweile ist er Polizeioberkommissar und in der internen Personalberatung tätig. Er hat sein Büro in einem großen Gebäudekomplex mit langen Gängen und vielen Türen. In seinem circa 10qm überschaubaren Raum hängen an den Wänden zahlreiche Andenken aus Auslandseinsätzen wie beispielsweise Abzeichen ausländischer Polizei.


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